Hainburg: (Natur)schutz ja, aber nicht mit der Politik

Naturschutz in Hainburg an der Donau | Foto: 2-4.co

(Niederösterreich) Innerhalb unseres Mediennetzwerkes dokumentierten wir erstmals im Dezember 2012 die Folgen der vernachlässigten Wald- & Forstpflege in Hainburg an der Donau. Damals meinte die zuständige Umweltstadträtin Elisabeth Staffenberger (SPÖ), daß die Österreichischen Bundesforste für die Arbeiten zuständig wären und sie sich dieser Thematik annehmen werde. Unsere Recherchen ergaben allerdings, daß diese Angaben laut den Bundesforsten nicht korrekt waren. Der Vertreter der Bundesforste teilte mit, daß sie diese Thematik betreffend nur beratende Funktion hätten, sie jedoch keinesfalls für die Durchführung der Arbeiten zuständig seien. Diese Arbeitsverrichtung wäre nicht Bestandteil des mit der Stadt Hainburg abgeschlossenen Vertrages.

Während wir im Gemeindegebiet von Hainburg (=Nationalparkgemeinde) zahlreiche weitere Bereiche feststellten und aufzeichneten, in denen zwar Aufforstung betrieben, aber die Nachsorge unterlassen wurde, geschah seitens der Stadtregierung (ÖVP/SPÖ) weiterhin nichts. 10 Monate später widmeten wir der Thematik unter dem Titel „Selbst Kleinigkeiten bleiben in der Umweltpolitik Hainburgs liegen“ eine weitere Reportage, die auch nicht zur Verbesserung des Waldes, der Bäume und der Natur führte.

Nachdem Umwelt- & Naturschutz jedoch auch Selbstschutz für die Menschen darstellt, und die Unterlassung der notwendigen Arbeiten, zusätzlich auch noch bei einer Nationalparkgemeinde, unwürdig ist, hat unser Herausgeber im November selbst die Initiative ergriffen. Nach Rücksprache mit dem Stadtamtsdirektor Rieder wurde grünes Licht für die Durchführung der Arbeiten durch Glöckel selbst gegeben. Im Zeitraum November 2013 bis Februar 2014 wurde das erste gemeindeeigene Waldstück am Braunsberg durchgearbeitet. Dabei wurden knapp über 100 Bäume bearbeitet. Sie wurden von den Ummantelungen und erforderlichenfalls Kletterpflanzen befreit, auch wurden Drahtverbindungen und Stützstangen entfernt. Einige der Bäume waren allerdings wegen der vernachlässigten Pflege bereits zu Grunde gegangen (siehe Videodokumentation).

Im Jänner wurde Bürgermeister Josef Zeitelhofer (ÖVP) zusätzlich, auch im Hinblick auf die anhaltende Kriminalität (Traktor-, Maschinendiebstahl, Einbrüche, Brände, Sachbeschädigungen sowie illegale Ablagerungen etc.) durch Glöckel das Angebot unterbreitet, als Feldschutzorgan mit Kompetenzen im Bereich Naturschutz ehrenamtlich tätig zu sein, was mit der Begründung abgelehnt wurde, daß diese Arbeiten „eh vom Jagd- & Fischereiaufseher gemacht werden“ und kein weiterer Bedarf bestünde (?!) (Anmerkung: Deswegen existiert ja für jeden dieser Arbeitsbereiche ein eigenes Landesgesetz und eine entsprechend getrennte Kompetenzregelung … [Der Herausgeber war bereits Anfang der 1990er Jahre als Feldschutzorgan in Hainburg tätig])

Bürgermeister Zeitelhofer (ÖVP) und Umweltstadträtin Staffenberger (SPÖ) | Foto: 2-4.coLt. Bgm. Zeitelhofer und STR. Staffenberger – sieht die ÖVP/SPÖ-Regierung keinen Bedarf an Hilfskräften für den Naturschutz und die Sicherheit in Hainburg …

Eine Entscheidung, die offensichtlich aus parteipolitischer Motivation getroffen wurde und nach Ansicht Glöckels keinesfalls im Einklang mit dem Wohlwollen der Bürgerinnen und Bürger zu bringen ist, das im Mittelpunkt jenes Eides stand, den der neue Bürgermeister erst jüngst bei seiner Angelobung geleistet hat. Mehr als bedauerlich, daß so eine Politik der ÖVP und SPÖ auch unter Zeitelhofer ihre Fortsetzung findet. Jedenfalls bis zum Frühjahr 2015, denn dann stehen in der Donaumetropole Gemeinderatswahlen an. Wahlen, die auch hierorts zu wesentlichen Veränderungen führen könnten.

14-04-22

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