Korrektes Verhalten am Unfallort? – Ermittlungen wegen Fahrerflucht

(Niederösterreich) Am 13. Dezember gegen 09:35 Uhr kam es im Stadtgebiet von Hainburg auf der Landstraße vor dem Haus Nr. 13 in Fahrtrichtung Wiener Tor zu einem Verkehrsunfall. Unstrittig sind dazu folgende Fakten, die durch die Angaben der Beteiligten sowie erkennbare Spuren als bescheinigt anzusehen sind:

die Lenkerin eines Pkw aus der Slowakei schrammte an einem geparkten Klein-LKW des Bauunternehmers A. Haier vorbei. Bei dieser Kollision wurden beide Fahrzeuge nicht unerheblich beschädigt.

Was allerdings dann unmittelbar nach dem Unfall tatsächlich passierte ist nun zum Gegenstand der Ermittlungen der Polizeiinspektion Hainburg geworden, da diesbezüglich die Angaben der Beteiligten und einer Zeugin doch wesentlich divergieren. Herr Haier berichtet, daß eine Bekannte von ihm beobachtet hätte, wie die unfallbeteiligte Lenkerin mit ihrem Fahrzeug seinen LKW beschädigte, sogar stehen blieb, den Schaden ansah und dann weiterfuhr. Etwa 110 m (!) weiter, auf der Landstraße vor Haus Nr. 3, vor der Kreuzung mit der Hummelstrasse wurde ihr Fahrzeug plötzlich in der Fahrbahnmitte fahrunfähig. Zu diesem Zeitpunkt stand der Pkw auf der Spur zum Durchfahren des Wiener Tors und links Abbiegen vor der ampelgeregelten Kreuzung. Durch den Unfall dürfte die Vorderachse so stark beschädigt worden sein, daß an dieser Stelle Endstation war. Baumeister Haier zu diesem Ereignis: „Mein Glück war, daß die Zeugin das gesehen hat, den Unfall gesehen hat, mich dann angerufen hat und, daß sie dann hängen geblieben ist.“ Er war der Überzeugung, daß die Unfallbeteiligte „einfach weiterfahren wollte“.

Die Lenkerin aus unserem Nachbarland bestätigte auf unser Befragen an dem geparkten Fahrzeug angefahren zu sein und gab als Begründung zu ihrer Weiterfahrt an, daß sie nur einen Parkplatz gesucht hätte. Ergänzte damit, daß sie jetzt schon mit ihrer Mutter telefoniert hätte, weil diese bei der XY-Versicherung arbeiten würde und sie sehr nervös sei (!?).

Bei unserem Lokalaugenschein der Unfallörtlichkeit stellten wir unmittelbar nach der Unfallstelle zwei mögliche Anhaltplätze vor unterschiedlichen Haus- und Grundstückseinfahren fest. Zusätzlich wäre es auch theoretisch möglich gewesen direkt vor dem angefahrenen Klein-LKW anzuhalten ohne den Fließverkehr zu behindern.

Die Polizei Hainburg nahm den Verkehrsunfall auf und ermittelt gegenwärtig wegen Verdacht der Fahrerflucht gem. § 4 StVO. Der fahrunfähige Personenkraftwagen der Lenkerin mußte von der Feuerwehr abgeschleppt werden. Das Rüstlöschfahrzeug und Lastfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Hainburg war mit insgesamt acht Mitgliedern im Einsatz. Die Verkehrsbehinderungen durch das auf der Strecke gebliebene Fahrzeug auf diesem neuralgischen Verkehrsknotenpunkt der Stadt waren erheblich. Die Verkehrsbeeinträchtigung dauerte etwa 35 Minuten – manuelle Verkehrsregelung war zwischendurch notwendig. Die Polizeiinspektion Hainburg war mit 3 Fahrzeugen und 5 Angehörigen vor Ort tätig.

13-12-13

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