Radfahrer knallte in Haustor und beging Fahrerflucht

Verkehrsunfall mit Fahrerflucht in Hainburg | Foto: 2-4.co

(Niederösterreich) Im Rahmen unseres journalistischen Außendienstes bemerkten wir am heutigen Nachmittag in der Alten Poststraße im Zentrum von Hainburg ein etwas ungewöhnliches Szenario, das uns zum Anhalten veranlaßte. Die Eingangstüre eines Einfamilienhauses lag demoliert und aus der Verankerung gerissen im Inneren des Grundstücks; auch die Hausfassade war beschädigt.

Die Nachbarin des Wohnhauses, die sich in unmittelbarer Nähe befand, berichtete uns, daß sie gegen 16 Uhr ein Krachen gehört hatte, das sie dazu veranlaßte, Nachschau zu halten. Die Frau konnte noch einen Mann sehen, der auf einem Fahrrad zwischen zwei geparkten Autos hindurch schlängelnd in Richtung Wiener Straße davon fuhr. Sie habe sofort den Hausbesitzer, S. Reiner (60) verständigt, der zwischenzeitlich zur Polizei Hainburg gefahren sei, um Anzeige zu erstatten.

Wie eine weitere uns namentlich bekannte Zeugin angab, konnte diese beobachten, daß sich ein Radfahrer bei der Eingangstüre aufrappelte, sich dann umblickte, um sich offensichtlich zu vergewissern, daß ihn niemand beobachtete, sich auf das Rad setzte, und dann zwischen den beiden geparkten Autos hindurchschlängelnd in Richtung Wiener Straße (B9) davonfuhr. Es soll sich dabei um einen Mann handeln, der berauschenden Genußmitteln nicht abgeneigt sein soll.

Offensichtlich dürfte der Radfahrer, der der Zeugin vom Sehen her bekannt ist, von der Alten Poststraße kommend, geradeausfahrend direkt in das Haustor geknallt sein. Daß sich der Lenker dabei nicht verletzte und das Fahrrad durch den Anprall unbeschädigt blieb, ist eher unwahrscheinlich.

Polizei lehnte die Entgegennahme einer Anzeige ab!

Hausbesitzer Reiner kam aufgelöst gegen 17:16 Uhr von der Polizeidienststelle zurück und teilte seiner Nachbarin und uns fassungslos mit, daß die Polizeibeamtin die Entgegennahme einer Anzeige ablehnte. Die Beamtin sagte dem Geschädigten nach dessen Sachverhaltsdarstellung, daß dieser Fall eine Angelegenheit für die Haushaltsversicherung wäre. Sie würde sich die Gegebenheiten vor Ort nicht einmal ansehen kommen.

Nach unserer Einschätzung und Rechtskenntnis hielten wir den Sachverhalt für einen klassischen Fall von Fahrerflucht. Es ist völlig unerheblich, ob ein Lenker einen 40t LKW-Zug oder wie in diesem Fall ein Fahrrad lenkt. Das Haustor, das hier gerammt und demoliert wurde, grenzt auch direkt an die öffentliche Verkehrsfläche an. Aus diesem Grunde nahmen wir mit der PI Hainburg fernmündlich Kontakt auf, monierten dezent diese Ablehnung und fragten nach, ob bei den gesetzlichen Bestimmungen jüngst eine uns ggf. unbekannte Änderung vorgenommen wurde … Nach Sachvortrag kam dann ein Polizeibeamter und nahm den Sachverhalt ordnungsgemäß als Verkehrsunfall mit Fahrerflucht gem. § 4 StVO auf.

Zwischenzeitlich konnte der nachvollziehbar aufgebrachte Geschädigte von seinem Versicherungsvertreter erfahren, daß dieser Schaden nicht durch seine Haushaltsversicherung gedeckt ist. Sollte man den fahrerflüchtigen Unfallverursacher nicht identifizieren können, wird er auf den Kosten des Schadens sitzenbleiben.

Wir erachten es als mehr als bedauerlich, daß,ein Geschädigter abgewiesen und somit auch wertvolle Zeit verloren wurde, anstatt daß sogleich eine Fahndung nach dem fahrerflüchtigen Radfahrer veranlasst wurde. Es entstand ein doch nicht unbeträchtlicher Sachschaden, wie die Fotodokumentation zeigt. Die genaue Höhe war zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses noch nicht bekannt.

Die Bezirkspolizeikommandantin vom Bezirk Bruck/Leitha, Frau Obstl. Sabine Zentner teilte in ihrer fernmündlichen Stellungnahme unsere Einschätzung und sagte, daß hier eine Anzeige entgegenzunehmen gewesen wäre – sie wolle der Angelegenheit nachgehen wie es zu der Abweisung kam.

UPDATE 3.6. – 10:55 Uhr

Fahrerflüchtiger Radfahrer identifiziert

Im Zuge unserer Recherchen wurden wir heute um 10:02 Uhr von einer Zeugin telefonisch darüber informiert, daß sich der mutmaßliche fahrerflüchtige Radfahrer im Stadtzentrum von Hainburg befindet. Den Mann konnten wir zwar nach unserem Eintreffen nicht mehr ansichtig werden, allerdings der Anruferin Fotos zeigen, die uns zwischenzeitlich vom Geschädigten zur Verfügung gestellt wurden. Der Verdächtige konnte von ihr eindeutig identifiziert werden. Der Polizeiinspektion Hainburg wurde diese Identifizierung sofort telefonisch zur Kenntnis gebracht.

Für uns ist der Fall somit positiv abgeschlossen – alles weitere nun die Aufgabe der Polizei. Wir danken insbesondere für die Kooperationsbereitschaft und Hilfe unserer Leserinnen und Leser bei diesen Recherchen!

14-05-26

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