Seenotretter befreien Fangschiff in nächtlichem Einsatz

Seenotkreuzer Eiswette

(Deutschland) Bei auflandigem Wind kamen zwei Fischer in der Nacht zu Montag, den 25. November 2013, mit ihrem Kutter an der Westseite des Süderoogsandes fest. Aus eigener Kraft konnten sie sich nicht mehr aus dem Sand lösen. Der Seenotkreuzer Eiswette befreite das Fangschiff in einem mehrstündigen Einsatz während der Nachtstunden aus seiner festgefahrenen Lage.

Gegen 1.30 Uhr alarmierte die zweiköpfige Besatzung der Marschenland auf dem internationalen Sprechfunkkanal 16 die Seenotretter. Die Seenotküstenfunkstelle Bremen Rescue Radio der DGzRS hörte den Notruf der beiden Fischer mit. Die Seenotleitung Bremen schickte sofort den Seenotkreuzer Eiswette in den Einsatz. Um kurz vor 3 Uhr erreichte das Rettungsschiff den gestrandeten Kutter. Das Fangschiff lag bereits ziemlich hoch auf dem den Halligen vorgelagerten großen Sand. Bei einem bis anderthalb Metern Schwell schlug die See immer wieder über das Ruderhaus des 19-Meter-Stahlkutters. „Wäre das ein weniger robuster Holzkutter gewesen, hätten wir nicht mehr viel zu retten gehabt“, berichtet Hans-Jürgen Hansen, Vormann des Rettungsschiffes.

Hansen steuerte den Seenotkreuzer rückwärts an den Havaristen heran, um sich nötigenfalls sofort selbst freiarbeiten zu können. Obwohl das Rettungsschiff nur etwa 1,30 Meter Tiefgang hat, setzte auch der Seenotkreuzer mehrfach hart durch. Trotz dieser erschwerten Bedingungen gelang es den Rettungsmännern, eine Leinenverbindung herzustellen. Mit voller Kraft seiner über 1.600 PS starken Maschine zog der Seenotkreuzer das Fangschiff schließlich erfolgreich in tieferes Wasser.  Die Bergeaktion hat die Marschenland lt. Angaben der DGzRS unbeschadet überstanden.

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) gehört zu den modernsten Seenotrettungsdiensten der Welt. Sie finanziert sich ausschließlich durch Spenden und freiwillige Zuwendungen. Die Seenotretter sind an der deutschen Nord- und Ostseeküste jeden Tag 24 Stunden mit einer Flotte von 60 Seenotkreuzern und Seenotrettungsbooten einsatzbereit. Die Rettungsorganisation steht im 148. Jahr ihres Bestehens.

red/DGzRS
Foto: © DGzRS
2013-11-25

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